Recruiting Funnel – Absprungraten im Online-Recruiting minimieren

Jobbörsen rufen nach eurem Geldbeutel, die unaufhörlichen Facebook-Anzeigen sind auch nicht gerade ein Schnäppchen, und über die Kosten des schicken neuen Employer-Branding-Videos, das gerade produziert wird, wollen wir erst gar nicht sprechen, oder?

Ich verstehe es vollkommen, die Liste der Recruiting-Kanäle wird immer länger und, Hand aufs Herz, das Budget fürs Recruiting ist leider nicht unendlich. Also, wie zaubert man aus einem begrenzten Budget das Maximum heraus mit dem Wissen, dass reine Ausschreibungen auf Jobbörsen kaum mehr ausreichen?

Ob ihr nun die Crème de la Crème oder einfach solide, gute Talente anlocken wollt – neben jeder Menge Zeit braucht es vor allem eines: Geld.

Ist dein Unternehmen nicht gerade eine Grösse wie „Google“ oder „Apple“, hast du sicherlich schon festgestellt: Das Recruiting-Spiel ist kein Zuckerschlecken mehr und das in fast allen Branchen von IT über Pflege über Gastro bis hin zu gewöhnlichen Bürojobs.

Falls du in deinem aktuellen Unternehmen (vielleicht ist es ja sogar deines) längerfristig was bewegen kannst und vor Allem auch willst, dann ist dieser Blogbeitrag für dich! Nimm dir die 15 Minuten Zeit. Es wird sich lohnen, versprochen.

Lass mich dir einige Wege aufzeigen, wie du deinen Recruiting Funnel verbessern und die Absprungraten im Online-Recruiting minimeren kannst. Dabei liegt mein Fokus auf den vier bekannten Schritten des Bewerbungsprozesses:

Schritt 1: Aufmerksamkeit – Verschwende kein Werbebudget!

Du hast den Sprung ins kalte Wasser des Online-Recruitings gewagt und flutest nun die Feeds von Facebook, Instagram, LinkedIn und Co. mit deinen Anzeigen, um die Reichweite zu boosten? Erstmal: Top! Damit bist du mindestens auf Augenhöhe mit deinen Mitbewerbenden, wenn nicht sogar eine Nasenlänge voraus. Aber zurück zum Thema: Ich muss dir unbedingt etwas über das Bild oder Video – kurz gesagt, das Creative – erzählen, das ihr in den sozialen Medien schaltet.

Neben dem altbewährten interessensbasierten Targeting ist dein Creative der Game-Changer dafür, ob potenzielle Bewerbende auf deine Anzeige klicken oder nicht.

Einige Social Recruiting Agenturen möchten dir vielleicht weiss machen, dass das Geheimnis ihres Erfolgs in einer perfekten und nahezu unkopierbaren Targeting-Strategie auf Meta begründet liegt. Die Anti-Diskriminierungsrichtlinien von Meta haben das Targeting für Jobanzeigen in den letzten Jahren jedoch erheblich eingeschränkt. Es ist nicht möglich (mit Ausnahme einiger Kniffe) das Targeting für Jobanzeigen auf Geschlechter oder das Alter einzugrenzen. Mit dem Wegfall von Third-Party-Cookies wird auch das interessenbasierte Targeting auf Meta und anderen Plattformen längerfristig beeinträchtigt. Sollte dir hier jemand was anderes behaupten, dann solltest du auf jeden Fall die Alarmglocken hören. Wenn du mehr über den Wegfall von Third-Party-Cookies erfahren möchtest und wie diese die Marketingmassnahmen auf Meta & Co. beinflussen, lese diesen Blog zum Thema Online-Recruiting vs. Datenschutz: Das drohende Desaster für Social Recruiting Agenturen

Ist nun alles vorbei? Nein, ist es nicht. Ganz und gar nicht. Anbei 3 Tipps, wie du das Maximum rausholen kannst:

1. Creative: Ich möchte betonen, dass gerade wegen der Bestimmungen von Meta und den Third-Party-Cookies die Qualität deiner kreativen Inhalte (Creatives) noch stärker ins Gewicht fällt. Sie haben an Bedeutung zugenommen und stellen nun einen noch entscheidenderen Faktor für den Erfolg deiner Kampagnen dar.

Wenn du schon bereit bist, jeden Monat ein kleines Vermögen auf Facebook & Co. zu einzusetzen, dann tu dir selbst einen Gefallen: Investiere einen Teil davon, um deine Creatives auf Vordermann bringen zu lassen. Glaub mir, mit CHF 1‘000 kannst du eine Lawine an Impressionen lostreten. Aber wenn deine Anzeige ungefähr so ansprechend ist wie ein nasser Lappen und nicht zündet, dann wirst du mir zustimmen, dass wir ziemlich viel Geld verbrennen (und sicher auch die falschen Personen ansprechen).

2. Schlagworte: Kurze Insights aus unseren Kampagnen: manchmal ändern wir in unseren Creatives nur ein, zwei Schlagworte (zum Beispiel fügen wir einen besonderen Benefit hinzu), und zack – die Klickrate schnellt um satte 50% hoch, von 3% auf fantastische 4.5%. Es gibt da gewisse Spielereien, die immer funktionieren. Benutze kein Stock-Footage. Verwende richtige Bilder vom Unternehmen und deinem Team UND last but not least: auch wenn dir einige Agenturen was anderes verkaufen wollen, es muss nicht immer Bewegtbild sein. Auch ein cooles Bild kann überzeugen.

3. A/B Splittests Und noch was: Spiel unbedingt mit A/B-Splittests herum. Unten siehst du ein Beispiel einer Anzeige unserer Mutterfirma My Online Marketing. Bei dieser Anzeige aus dem August 2023 haben wir es tatsächlich geschafft, eine Klickrate von unglaublichen 5.3% (auf Meta) zu erzielen und konnten mit lediglich CHF250 Werbebudget über 25 Bewerbungen generieren (Bereich Marketing Manager).

Zusammengefasst: Dein Creative kann der Schlüssel zum Erfolg sein, also scheue dich nicht, darin zu investieren und mit A/B-Splittests zu experimentieren. Vergiss nicht: Authentizität schlägt Hochglanz, und manchmal kann ein einziges Wort einen wesentlichen Unterschied ausmachen.

Schritt 2: Auffindbarkeit – Erreiche die richtige Zielgruppe

Die Zeiten des linearen Bewerbungsprozesses sind definitiv vorüber. „Lineares was?“, fragst du dich vielleicht. Nun, nur weil jemand auf deine Facebook-Anzeige klickt, bedeutet das nicht, dass er oder sie sich sofort bewirbt. Auf Plattformen wie Facebook und co. erreichen wir neben aktiv Suchenden auch diejenigen, die einen Wechsel lediglich in Betracht ziehen. Solch eine Entscheidung geschieht nicht über Nacht und sicherlich nicht aufgrund einer einzigen Werbeanzeige. Sie kann Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Wenn du nun also Geld in die Hand nimmst, dass Personen auf dich aufmerksam werden, musst du auch sicherstellen, dass Interessenten dich online problemlos finden können – sowohl sofort als auch später. Das bedeutet für dich:

1. Google Ads: Sorge dafür, dass deine Webseite bei Google nicht nur gelistet ist, sondern auch eine starke Position einnimmt. Falls nötig, unterstütze dies mit Google Ads. Falls du dich jetzt fragst, was Google Ads damit zu tun hat, dann ist dieser Beitrag ein Muss für dich, denn er ist pures Gold wert: Google Recruiting Ads – Ein kleiner Geheimtipp

Um die Wichtigkeit von Google Ads im Recruiting-Prozess zu verdeutlichen habe ich eine kleine Anekdote für dich.
Stell dir vor Apple schaltet für tausende von Franken Werbung für neue Positionen. Sobald jemand auf Google nach der offenen Vakanz sucht, findet der Stellensuchende dann Jobanzeigen von Samsung. «Danke für die Gratiswerbung auf Facebook», würde sich Samsung denken.

2. SEO für Jobanzeigen: Wenn du nicht unbedingt mit Google Ads nachhelfen möchtest, stelle sicher, dass die Stellenanzeigen selbst für Suchmaschinen optimiert sind. Die Verwendung relevanter Keywords und eine klare, prägnante Sprache können dazu beitragen, dass die Anzeigen von den richtigen Kandidaten gefunden werden. Vor Allem Stellen, die es immer zu besetzen gibt, profitieren langfristig, wenn man die Landingpage der Stelle SEO-optimiert aufsetzt. Auch zu diesem Thema haben wir einen separaten Blogbeitrag geschrieben: SEO für Stellenanzeigen

3. Online-Präsenz: Stelle sicher, dass deine Unternehmensprofile auf den sozialen Medien existieren und einen soliden Eindruck hinterlassen. Hierbei denke ich insbesondere an Facebook, Instagram und LinkedIn.

 

Schritt 3: Überzeugung – Bewerbende im Prozess begeistern

Ok, Worstcase. Stellen wir uns vor, du schaltest für CHF 1’000 pro Monat Anzeigen auf Facebook und leitest auf eine Webseite weiter, die gar nicht erreichbar ist. Der klassische 404-Horror richtig? Naja, alles schon gesehen. Du wirst mir wahrscheinlich zustimmen, dass jegliches zuvor investierte Budget, egal ob für Jobbörsen, die auf deine Webseite verlinken, deine Facebook-Anzeigen oder sogar die Google-Anzeigen, vollkommen umsonst war.

Das ist ein krasses Beispiel und sicher nicht der Standard. Was wir immer wieder beobachten, dass Unmengen an Kapital in Social Media, Google und auch in das Kreieren von Content investiert wird aber kaum Beachtung auf die Landingpage. Dafür gibt es viele Gründe. Möglicherweise trifft einer der Nachfolgenden zu:

  • Ich habe keine Berechtigung, Webseiteninhalte zu ändern
  • Das Ändern ist viel zu komplex und muss über die IT oder einen externen Partner gehen.
  • Eine neue Landingpage zu erstellen ist viel zu teuer
  • Der Inhalt wie auch der Bewerbungsprozess ist kantonal o.Ä. vorgegeben.
  • Ich habe keine Nerven mich um die Landingpage zu kümmern.

Manchmal ist es einfach nicht machbar, die Landingpage oder das Inserat auf der Webseite anzupassen, das verstehe ich. Falls es doch Optionen gibt, tu es. Doch was kannst du konkret tun, um die Absprungraten in diesem Schritt zu minimieren und die Personen zu überzeugen? Einige Best-Practices, welche wir über die Jahre gesammelt haben.

1. Recruiting-Videos, Bilder & Testimonials: Falls du ein Recruiting-Video oder authentische Bilder von der betroffenen Stelle hast, dann lade diese unbedingt in das Inserat rein. Wir betreiben unzählige Jobbörsen. Mehr Infos hier.

Stelleninserate mit einem integrierten Video weisen eine bis zu 40% höhere Verweildauer der Webseiten Besucherinnen auf als andere ähnliche Inserate ohne eine solche Integration. Hast du also Videos rumliegen, die passen? → Bau sie in die Inserate ein wie im Beispiel unten der Dipl. Fachperson Operationstechnik HF des Spital Zofingen. 

Die Produktion eines Videos kann also ein Game-Changer sein. Du willst wissen, wie teuer die Umsetzung eines solchen Videos ist? Dann schau doch mal auf unserer Angebotsseite vorbei: Angebotsseite inkl. Beispiel.

2. Mobile Funnels: Falls das Ändern des Webseiteninhaltes nicht in deiner Hand liegt und du trotzdem dein Bewerbungsprozess auf das nächste Level bringen möchtest, schlage ich vor, du ziehst sogenannte Mobile Funnels in Betracht. Mobile Funnels sind speziell gestaltete Landingpages für mobile Geräte, die potenzielle Bewerbende durch einen benutzerfreundlichen Prozess führen. Diese Seiten sind darauf ausgerichtet, die Nutzererfahrung zu optimieren und Interessenten durch klar definierte Schritte und Call-to-Action-Aufforderungen zu einer erfolgreichen Bewerbung zu leiten. Indem sie die Hürden einer herkömmlichen Bewerbung reduzieren und gleichzeitig ein ansprechendes, mobile-optimiertes Design bieten, können Mobile Funnels die Konversionsraten erhöhen und qualifizierte Talente effektiver anziehen. Oder etwas einfacher ausgedrückt: Sie verringern die Absprungrate während dem Bewerbungsprozess. Schaue dir doch mal unsere Angebotsseite inkl. Beispiel an.

3. Nutze Retargeting-Strategien: Manchmal vollenden potenzielle Bewerbende den Bewerbungsprozess nicht beim ersten Besuch der Webseite. Hier kann Retargeting helfen: Durch den Einsatz von Retargeting-Anzeigen kannst du Personen, die bereits Interesse gezeigt haben, erneut ansprechen und sie zurück auf die Landingpage oder direkt zum Bewerbungsformular führen. Diese spezifischen Anzeigen erinnern die Kandidaten an ihre ursprüngliche Absicht und motivieren sie, den Bewerbungsprozess abzuschliessen. Besonders in einem Umfeld, in dem du die Webseite selbst nicht verändern kannst, helfen Retargeting-Strategien dabei, das Interesse aufrechtzuerhalten und Bewerbende erneut zu engagieren.

Schritt 4: Bewerbungseingang – Hör nicht auf der Zielgerade auf.

In der Welt des Recruitings kann der letzte Eindruck genauso entscheidend sein wie der erste. Schritt 4, „Bewerbungseingang“, markiert einen kritischen Moment in der Bewerberreise – es ist die Phase, in der Interessenten zu aktiven Bewerbern werden. Doch die Reise endet hier nicht.

Eine der häufigsten Kritikpunkte von Bewerbenden besteht darin, dass sie nach Einreichen ihrer Unterlagen vier Wochen lang keinerlei Rückmeldung erhalten.

Automatisierte Follow-up-Kommunikation: Nachdem eine Bewerbung eingereicht wurde, ist es entscheidend, den Bewerbenden zu zeigen, dass ihre Unterlagen erfolgreich empfangen wurden und dass sie wertgeschätzt werden. Hierbei kann eine automatisierte Kommunikationsstrategie hilfreich sein. Nutze Systeme, die automatisch personalisierte Bestätigungs-E-Mails oder Nachrichten (beispielsweise über WhatsApp) versenden, die nicht nur den Erhalt der Bewerbung bestätigen, sondern auch den weiteren Bewerbungsprozess skizzieren, einschliesslich der geschätzten Zeitrahmen für Rückmeldungen und den nächsten Schritten. Diese direkte Kommunikation hält Bewerbende im Loop, mindert Unsicherheiten und fördert ein positives Bewerbendenerlebnis.

Schlusswort

Wow, du hast es bis zum Ende geschafft! Ich hoffe, du konntest wertvolle Einblicke gewinnen, die dich in deinen Bemühungen voranbringen. Es mag überwältigend erscheinen, all diese Strategien auf einmal zu berücksichtigen – schliesslich leben wir nicht in einer perfekten Welt, und Perfektion ist auch nicht das Ziel. Wichtig ist, dass du Schritt für Schritt vorgehst, Prioritäten setzt und dich auf kontinuierliche Verbesserungen konzentrierst. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu machen, sondern darum, bewusst und strategisch vorzugehen, um langfristige Erfolge in deinen Rekrutierungsbemühungen zu sichern. Bleib dran, denn jede kleine Verbesserung zählt!

Bist du bereit, deine Recruiting-Strategie auf das nächste Level zu heben?

Dann lass diese Chance nicht ungenutzt! Gemeinsam schauen wir, wie wir die Kraft von Performance Recruiting für dein Unternehmen entfesseln können. Es ist Zeit, im Recruiting-Spiel ganz vorne mitzuspielen!